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Sechskantkopf-, Sechskantflansch-, Schlitten- und Buchsenkappenschrauben: Vollständige Anleitung


Vier Schraubenkopftypen und warum die Unterscheidung wichtig ist

Der Kopf eines Bolzens bietet mehr als nur eine Oberfläche, die ein Schraubenschlüssel greifen kann. Es bestimmt, wie die Last in die Verbindung verteilt wird, welche Werkzeuge für die Installation und Entfernung erforderlich sind, ob das Befestigungselement in Senk- oder Spülanwendungen verwendet werden kann und wie viel Lagerfläche gegen das geklemmte Material zur Verfügung steht. Die Auswahl des richtigen Kopftyps für eine Anwendung ist ebenso wichtig wie die Auswahl des richtigen Durchmessers und der richtigen Güteklasse – ein falscher Kopftyp kann zu Oberflächenschäden, Lockerungen durch Vibrationen, unzureichender Klemmfläche oder einer Verbindung führen, die mit den verfügbaren Werkzeugen nicht zusammengebaut oder gewartet werden kann.

Sechskantschrauben, Sechskantflanschschrauben, Schlittenschrauben und Innensechskantschrauben sind vier der am häufigsten verwendeten Verschlusskopftypen in industriellen, strukturellen, Automobil- und gewerblichen Anwendungen. Jedes dient einem bestimmten Zweck und jedes hat bestimmte Bedingungen, unter denen es die anderen übertrifft. Das Verständnis der technischen Gründe hinter jedem Design ist die Grundlage für eine konsistente und zuverlässige Befestigungsspezifikation.

Sechskantkopfschraube

Der Sechskantkopfbolzen ist der am häufigsten hergestellte und verwendete Befestigungstyp der Welt. Sein sechsseitiger Kopf greift auf allen sechs Seiten in einen Schraubenschlüssel, Kastenschlüssel oder eine Buchse mit offenem Ende ein und sorgt so für eine positive Drehmomentübertragung und eine breite Werkzeugkompatibilität. Die Geometrie ist in ASME B18.2.1 für einheitliche Zollbefestigungen und ISO 4014 und ISO 4017 für metrische Befestigungselemente definiert, wodurch die Kopfabmessungen herstellerübergreifend standardisiert werden, sodass Sechskantschrauben von jedem konformen Lieferanten in einer bestimmten Anwendung austauschbar sind.

Konstruktion und Abmessungen

Ein Sechskantkopfbolzen besteht aus einem sechseckigen Kopf, einem Schaft, der teilweise oder vollständig mit einem Gewinde versehen sein kann, und dem Gewindeabschnitt am Ende. Die Kopflagerfläche - die flache Unterseite des Kopfes, die das geklemmte Material berührt - verteilt die Klemmlast über eine kreisförmige Fläche, die durch die Abmessung des Kopfes über die Abflachungen bestimmt wird. Dieser Lagerbereich ist einer der wichtigsten Funktionsparameter des Kopfes: Ein unzureichender Lagerbereich führt dazu, dass sich der Kopf unter Last in weichere Materialien einbettet, wodurch die effektive Klemmkraft mit der Zeit verringert wird.

Standardmäßig sind zwei Schaftkonfigurationen: Schrauben mit Teilgewinde (mit einem glatten Schaftabschnitt zwischen Kopf und Gewindeauslauf) und Schrauben mit Vollgewinde. Bei Struktur- und Scheranwendungen werden Bolzen mit Teilgewinde bevorzugt, da der Schaft ohne Gewinde so dimensioniert werden kann, dass er genau in das Durchgangsloch passt, eine positive Position bietet und den Gewindeabschnitt aus der Scherebene heraushält. Vollgewindebolzen bieten eine größere Flexibilität bei der Grifflänge und sind bei Allzweckmontagen üblich, bei denen die Scherbelastung kein Hauptproblem darstellt.

Qualitäten und Materialstandards

Sechskantschrauben werden in einer Vielzahl mechanischer Eigenschaften hergestellt. Im einheitlichen Zollsystem sind die häufigsten Strukturklassen SAE-Klasse 5 (drei radiale Markierungen am Kopf, minimale Zugfestigkeit 120.000 psi) und SAE-Klasse 8 (sechs radiale Markierungen, minimale Zugfestigkeit 150.000 psi). Im metrischen System entsprechen die Eigenschaftsklassen 8.8, 10.9 und 12.9 zunehmend höheren Zug- und Streckgrenzen. Die Eigenschaftsklasse ist direkt auf dem Kopf als numerische Bezeichnung gekennzeichnet.

Zu den Materialoptionen, die über Kohlenstoffstahl hinausgehen, gehören Edelstahl (am häufigsten A2-70 und A4-80 in metrischen oder 18-8- und 316-Zoll-Bezeichnungen), legierter Stahl, Messing und Siliziumbronze für spezielle Korrosionsbeständigkeitsanforderungen. Das Kopfmarkierungssystem für Verbindungselemente aus rostfreiem Stahl und Nichteisenstahl unterscheidet sich vom Markierungssystem für Kohlenstoffstahl und sollte anhand der entsprechenden Norm überprüft werden, wenn eine Rückverfolgbarkeit des Materials erforderlich ist.

Typische Anwendungen

Sechskantschrauben sind die Standardbefestigung für Stahlkonstruktionsverbindungen, Maschinenmontage, Gerätegrundrahmen, Flanschrohrverbindungen und alle Anwendungen, bei denen eine hohe Klemmkraft erforderlich ist und externer Schraubenschlüsselzugang verfügbar ist. Ihre branchenübergreifende Standardisierung bedeutet, dass Werkzeuge, Drehmomentspezifikationen und Ersatzbefestigungen allgemein verfügbar sind, was sowohl die Erstmontage als auch die Wartung vor Ort vereinfacht.

Sechskantflanschschraube

Ein Sechskantflanschbolzen ist ein Sechskantkopfbolzen mit integriertem Rundflansch an der Kopfbasis. Der Flansch erstreckt sich radial über den Sechskantkopfumfang hinaus und stellt eine größere Auflagefläche für das geklemmte Material dar als ein Standard-Sechskantkopf gleicher Nenngröße. Dieser integrierte Flansch ist das bestimmende Merkmal des Designs und der Hauptgrund für seine Auswahl gegenüber einem Standard-Sechskantkopfbolzen in vielen Anwendungen.

Die Funktion des Flansches

Der Flansch erfüllt die gleiche Funktion wie eine separate Flachscheibe, die unter dem Kopf eines Standard-Sechskantbolzens platziert ist, integriert ihn jedoch dauerhaft in das Befestigungselement selbst. Dadurch wird der Verlust der Unterlegscheibe während der Montage und Demontage vermieden, die Anzahl der Teile verringert, eine Drehung oder Fehlausrichtung der Unterlegscheibe während des Drehmoments verhindert und eine gleichmäßige Lagerfläche bei jeder Installation gewährleistet. In Umgebungen mit großen Montagemengen – insbesondere in der Automobilherstellung – führt der Wegfall einer separaten Unterlegscheibenkomponente zu einer erheblichen Verkürzung der Montagezeit und des Risikos, dass Unterlegscheiben fehlen.

Die Unterseite des Flansches ist oft in einem Muster radialer Zähne gezähnt. Diese Verzahnungen greifen beim Anziehen der Schraube in die Klemmfläche und bieten so einen mechanischen Widerstand gegen Rotationslockerungen, der zusätzlich zur Gewindereibung wirkt. Gezahnte Flanschbolzen sind eine gängige Lösung bei Anwendungen, die Vibrationen ausgesetzt sind und bei denen andernfalls ein separates Verriegelungselement wie eine Sicherungsscheibe oder eine Gewindesicherungsmasse erforderlich wäre. Aufgrund der Verzahnung sind gezackte Flanschschrauben für die Verwendung auf fertigen oder lackierten Oberflächen ungeeignet, bei denen eine Oberflächenmarkierung nicht akzeptabel ist. Bei diesen Anwendungen werden Versionen ohne Zacken (glatter Flansch) verwendet.

Maßstandards und Schraubenschlüsselgröße

Sechskantflanschschrauben sind in der Metrik in DIN 6921 und ISO 15071 (nicht gezahnt) und ISO 15072 (gezahnt) standardisiert. Der Sechskantabschnitt eines Flanschbolzenkopfes ist typischerweise kleiner als der Sechskant eines Standard-Sechskantbolzens mit demselben Durchmesser, da die Schraubenschlüssellast zwischen den Sechskantflächen und dem Flansch geteilt wird, der an der Buchsenschulter anliegt. Dieser kleinere Sechskant bedeutet, dass eine andere Schraubenschlüssel- oder Steckdosengröße erforderlich ist als bei einem Standard-Sechskantbolzen mit demselben Nenndurchmesser – ein wichtiger praktischer Punkt bei Wartungsarbeiten, bei denen die richtigen Werkzeuge zur Hand sein müssen.

Typische Anwendungen

Sechskantflanschschrauben werden häufig in der Automobil- und Antriebsstrangmontage verwendet, insbesondere zur Befestigung von Komponenten an dünnwandigen Halterungen, Blech- und Kunststoffgehäusen, bei denen die vergrößerte Lagerfläche ein Durchziehen verhindert und die Verzahnungen für Vibrationsfestigkeit sorgen. Sie kommen auch häufig bei landwirtschaftlichen Geräten, Nutzfahrzeugen und der allgemeinen Maschinenmontage vor, wo die Reduzierung der Montagegeschwindigkeit und der Teileanzahl Priorität hat.

Schlittenbolzen

Der Schlittenbolzen hat eine deutlich andere Konstruktionsphilosophie als die Sechskantkopf- und Flanschbolzentypen. Sein sichtbarstes Merkmal ist ein gewölbter, glatter Kopf ohne äußere Schraubenschlüsselabflachungen - es ist nicht vorgesehen, von oben Drehmoment auf den Bolzenkopf auszuüben. Stattdessen ist ein quadratischer oder gerippter Abschnitt unmittelbar unter dem Kopf so konzipiert, dass er sich in das zu befestigende Material (Holz, Kunststoff oder weiches Metall) einbettet und verhindert, dass sich der Bolzen dreht, wenn die Mutter von der gegenüberliegenden Seite angezogen wird.

So funktioniert die Anti-Rotationsfunktion

Der quadratische Hals eines Schlittenbolzens ist etwas größer als der runde Schaft und so dimensioniert, dass er zum quadratischen Loch passt, das in das passende Material gestanzt oder gebohrt ist. Wenn der Bolzen durch Anziehen der Mutter in das Loch gezogen wird, beißen die Ecken des quadratischen Halses in das Material und verriegeln den Bolzen gegen Drehung. Dadurch kann eine einzelne Person die Mutter festziehen, ohne den Schraubenkopf festzuhalten – ein erheblicher praktischer Vorteil bei Bauanwendungen, bei denen der gleichzeitige Zugang zu beiden Seiten einer Verbindung schwierig oder unmöglich ist.

Die Antirotationsfunktion ist materialabhängig. Bei Holz und Verbundwerkstoffen lässt sich der quadratische Hals effektiv in einen Bereich von Drehmomentwerten einbetten. Bei Metall-Metall-Verbindungen benötigt der Vierkanthals ein passendes quadratisches Stanzloch, um korrekt zu funktionieren; In einem einfachen runden Bohrloch aus Metall dreht sich der Schlittenbolzen beim Anziehen der Mutter und die Klemmlast kann nicht entwickelt werden, ohne den Bolzen außen zu halten.

Profil des Leiters und Auswirkungen auf die Sicherheit

Der glatte, gewölbte Kopf eines Schlittenbolzens stellt für einen Standardschlüssel oder Schraubendreher von der freiliegenden Seite keinen Kauf dar. Nach der Montage mit bündigem Kopf an der Oberfläche kann die Schraube nicht von jemandem entfernt werden, der nur Zugang zur Kopfseite hat – nur die Mutterseite kann zum Zerlegen der Verbindung verwendet werden. Diese manipulationssichere Eigenschaft ist zwar nicht der Hauptgrund für das Design, macht Schlittenbolzen jedoch zu einer bevorzugten Wahl für Gartenmöbel, Spielgeräte, Zäune und Sicherheitsvorrichtungen, bei denen eine Zugangsbeschränkung für Befestigungselemente auf der freiliegenden Seite gewünscht wird.

Standards und Varianten

Schlossschrauben sind in ASME B18.5 für einheitliche Zollbefestigungen standardisiert. Zu den gängigen Varianten gehören der Standard-Schleppbolzen mit quadratischem Hals, der Schlittenbolzen mit geripptem Hals (bei dem Längsrippen den quadratischen Hals ersetzen, um ihn in runden Löchern in dünnen Materialien zu verwenden) und der Stufenbolzen (eine Variante mit größerem Kopf, die im Schwerholzbau und bei der Befestigung von Strommasten verwendet wird). Schlossschrauben werden am häufigsten aus kohlenstoffarmem Stahl mit Zink- oder feuerverzinkter Oberfläche für den Außen- und Baubereich sowie aus Edelstahl für Meeres- und korrosive Umgebungen hergestellt.

Typische Anwendungen

Schlossschrauben sind ein Standardbefestigungselement im Holzrahmenbau, in der Holzschreinerei, im Terrassenbau, bei der Montage von Holzmöbeln, bei Spielplatz- und Freizeitgeräten, bei Metall-Holz-Verbindungen in landwirtschaftlichen Gebäuden und überall dort, wo ein glatter, abgerundeter Kopf auf der freiliegenden Seite in Kombination mit einseitigem Anziehen von der Mutternseite benötigt wird.

Buchsenkappenschraube

Ein Steckdosendeckelbolzen - auch Steckdosenkopfkappenschraube (SHCS) genannt - hat einen zylindrischen Kopf mit einer sechseckigen Aussparung (Buchse), die in die Oberseite eingearbeitet ist. Das Drehmoment wird mit einem Inbusschlüssel (Hex-Schlüssel) oder einem Steckdosenantriebswerkzeug ausgeübt, das in die innere Aussparung eingesetzt und nicht auf äußere Abflachungen aufgebracht wird. Dieses interne Antriebsdesign ermöglicht im Vergleich zu externen Sechskantbefestigungen grundlegend andere Installationseigenschaften.

Die Vorteile des internen Antriebs

Der zylindrische Kopf eines Buchsenkappenbolzens hat einen deutlich kleineren Gesamtdurchmesser als ein Sechskantkopf mit gleicher Griffstärke, sodass das Befestigungselement an Stellen mit sehr begrenztem radialen Abstand um den Kopf installiert werden kann. Diese kompakte Kopfhülle ist einer der Hauptgründe dafür, dass Steckdosenkappenbolzen in präzisionsmechanischen Baugruppen, Werkzeugmaschinenkomponenten sowie im Vorrichtungs- und Vorrichtungsbau bevorzugt werden, bei denen mehrere Befestigungselemente eng beieinander oder neben bearbeiteten Oberflächen liegen.

Der interne Sechskantantrieb überträgt das Drehmoment effizient über eine große Kontaktfläche zwischen dem Schlüssel und den Buchsenwänden und ermöglicht so sehr hohe Installationsdrehmomente im Verhältnis zur Befestigungsgröße. Steckdosendeckelschrauben werden routinemäßig aus hochfestem legiertem Stahl (Eigenschaftsklasse 12,9 in metrischen Einheiten oder gleichwertig mit SAE-Klasse 8 und höher in Zoll) hergestellt und auf hohe Vorspannwerte festgezogen, die die äußeren Abflachungen einer Standard-Sechskantschraube mit dem entsprechenden Durchmesser beschädigen würden.

Der Kopf kann auch in ein Senkbohrloch versenkt werden, sodass die Oberseite des Kopfes bündig mit der umgebenden Oberfläche abschließt oder darunter liegt. Dies ist ein kritisches Merkmal bei Baugruppen, bei denen ein hervorstehender Kopf eine Störung beweglicher Teile, passender Komponenten oder Schutzvorrichtungen verursachen würde.

Maßstandards

Die Schrauben der Steckdosenkopfkappe sind in ASME B18.3 für einheitliche Zollbefestigungen und ISO 4762 für metrische Befestigungselemente standardisiert. Die Kopfhöhe und die Sockeltiefe sind proportional zum Nenndurchmesser und die Standard-Senkbohrungsabmessungen für die bündige Vertiefung des Kopfes sind in denselben Normen tabellarisch aufgeführt. Da der Senkdurchmesser genau mit dem Kopfdurchmesser übereinstimmt, entsteht durch die Verwendung einer Buchsenkappe in einem Senkloch eine saubere, bündige Oberfläche, die mit einem äußeren Sechskantverschluss gleichen Durchmessers nicht erreichbar ist.

Steckdosenantriebsvarianten

Während die Sechskantbuchse bei weitem der gebräuchlichste Antriebstyp bei Steckdosenkappenschrauben ist, stehen für bestimmte Anwendungen mehrere Varianten zur Verfügung. Torx-Buchsenköpfe (Sechspunktstern) widerstehen dem Herausnocken bei sehr hohem Drehmoment besser als Sechskantköpfe und werden in Produktionsmontageanwendungen verwendet, bei denen angetriebene Werkzeuge verwendet werden. Spanner- und Pin-in-Hex-Laufwerke bieten zusätzliche Manipulationsbeständigkeit, da sie Spezialwerkzeuge erfordern, die in allgemeinen Hardwarekanälen nicht verfügbar sind. Diese Varianten werden in Sicherheitshardware, Verkehrssystemen und der Befestigung öffentlicher Infrastrukturen verwendet, wo eine unbefugte Demontage verhindert werden muss.

Typische Anwendungen

Steckdosenkappenbolzen sind das Standardbefestigungselement für Präzisionsmaschinen, CNC-Werkzeugmaschinenbau, hydraulische Verteilermontage, Matrizen- und Formwerkzeuge, Robotik, lineare Bewegungssysteme und alle Anwendungen, die eine hohe Klemmkraft in einer kompakten Hülle erfordern. Sie werden auch häufig in Fahrradkomponenten, medizinischen Geräten, elektronischen Gehäusen und Verbraucherprodukten verwendet, bei denen neben der mechanischen Leistung auch die Installation des Spülkopfs und ein sauberes optisches Erscheinungsbild angegeben werden.

Vergleich der vier Bolzenkopftypen

Funktion Sechskantkopfschraube Sechskantflanschschraube Schlittenbolzen Buchsenkappenschraube
Antriebstyp Externes Hex Externes Hex Keine (nur Nussseite) Interner Hex (Allen-Taste)
Integrierte Waschmaschine Nein Ja (Flansch) Nein Nein
Anti-Rotationsfunktion Nein Zacken (optional) Quadratischer Hals in Material eingebettet Nein
Kopfumschlag Standard Breiter als der Sechskantkopf Kuppel, keine Schraubenschlüsselabflachungen Kompaktzylinder
Spülinstallation möglich Nein Nein Nein (Kuppel ragt hervor) Ja (Senkbohrung)
Einseitige Installation Nein Nein Ja (aus Holz und weichem Material) Nein
Primärstandard (metrisch) ISO 4014 / ISO 4017 ISO 15071 / ISO 15072 DIN 603 ISO 4762
Typischer Gütebereich 4,6 bis 12,9 8,8 bis 10,9 Niedriger Kohlenstoffgehalt bis mittlerer Kohlenstoffgehalt 8,8 bis 12,9
Merkmalsvergleich der Schraubenkopftypen Sechskantkopf, Sechskantflansch, Schlitten und Buchsenkappe

Spezifikation und Auswahl: Anpassung des Schraubenkopfes an die Anwendung

Der richtige Kopftyp für eine bestimmte Anwendung ergibt sich aus der Beantwortung eines definierten Satzes funktionaler Fragen. Durch die systematische Durcharbeitung werden ungeeignete Optionen eliminiert und die Kopftypen identifiziert, die den technischen Anforderungen entsprechen.

Ist externer Schraubenschlüsselzugang auf der Schraubenkopfseite verfügbar

Wenn sich der Schraubenkopf in einem begrenzten Raum befindet, in einer Senkbohrung versenkt ist oder an einer Oberfläche angrenzt, die verhindert, dass ein Schraubenschlüssel durch den zum Festziehen einer Sechskantschraube erforderlichen Bogen schwingt, ist der Innenantrieb der Buchsenkappe möglicherweise die einzige praktikable Option. Ein Inbusschlüssel benötigt nur den vertikalen Zugang über dem Bolzenkopf, um einzugreifen und Drehmoment auszuüben - er benötigt keinen radialen Abstand für einen Schraubenschlüsselschwingbogen.

Betrifft die Anwendung Holz, Verbundwerkstoffe oder andere weiche Materialien

Wenn das Befestigungselement durch Holz oder ein ähnliches Material verläuft und ein Mutterzugang von der Rückseite möglich ist, ist der Schlittenbolzen die richtige Wahl für die Einhandmontage. Der quadratische Hals sorgt für eine automatische Verdrehsicherung, ohne dass jemand den Bolzenkopf halten muss, und der glatte Kuppelkopf bietet eine saubere, hakenfreie Oberfläche auf der freiliegenden Fläche.

Ist Vibrationsfestigkeit ohne zusätzliche Verriegelungselemente erforderlich

Wenn die Baugruppe Vibrationen ausgesetzt ist und die Verwendung von Sicherungsscheiben, vorherrschenden Drehmomentmuttern oder Gewindesicherungsmasse unerwünscht ist (aufgrund der Anforderungen an die Montagegeschwindigkeit, der Notwendigkeit einer sauberen Demontage oder der Ziele für die Teileanzahl), bietet ein gezackter Sechskantflanschbolzen ein gewisses Maß an Vibrationsfestigkeit durch die Zacken, die in die geklemmte Oberfläche einstechen, ohne dass zusätzliche Komponenten erforderlich sind.

Ist die Auflagefläche gegen weiches oder dünnes Material ein Problem

Wenn für eine Standard-Sechskantschraube eine separate Unterlegscheibe erforderlich wäre, um zu verhindern, dass der Kopf durch ein dünnes oder weiches Klemmmaterial zieht oder sich übermäßig darin einnistet, bietet eine Sechskantflanschschraube mit gleichem Durchmesser eine größere Lagerfläche in einer einzigen Komponente. Der integrierte Flansch ist zuverlässiger als eine separate Unterlegscheibe, die bei der Wartung weggelassen, falsch ausgerichtet oder verloren gehen kann.

Ist ein bündiger oder unterbündiger Kopf erforderlich

Wenn der Kopf an oder unter der umgebenden Oberfläche sitzen muss, um Störungen benachbarter Komponenten, Schutz- oder Gegenteile zu vermeiden, erreicht dies nur der mit einem Senkloch verwendete Buchsenkappenbolzen zuverlässig. Die zylindrische Kopfgeometrie ermöglicht das Bohren des Lochs bis zu einer präzisen Tiefe und einem präzisen Durchmesser, der den Kopf genau bündig aufnimmt, wodurch eine Oberfläche entsteht, die abgedichtet, übermalt oder betätigt werden kann, ohne dass der Bolzenkopf ein vorstehendes Hindernis erzeugt.

Drehmoment- und Vorspannanforderungen

Für höchste Vorspannanforderungen bei gegebenem Bolzendurchmesser, Steckdosendeckelschrauben der Eigenschaftsklasse 12.9 oder gleichwertig bieten die höchste Zugfestigkeit und können auf die höchsten Drehmomentwerte der vier hier besprochenen Kopftypen angezogen werden. Sechskantschrauben der Güteklasse 8 oder Eigenschaftsklasse 10.9 sind die Standardwahl für die strukturelle und hochbelastbare Generalmontage. Schlossschrauben stellen in dieser Gruppe typischerweise die Option mit der geringsten Festigkeit dar, da sie am häufigsten in kohlenstoffärmeren Stahlsorten hergestellt werden, die eher für den Holzbau als für strukturelle Anwendungen mit hoher Belastung geeignet sind.

Oberflächenbeschaffenheit und Korrosionsschutz

Alle vier Schraubenkopftypen sind mit einer Reihe von Oberflächenbeschichtungen erhältlich, die ihre Korrosionsbeständigkeit im Betrieb bestimmen. Die geeignete Oberfläche wird durch die Umgebung bestimmt, der das Befestigungselement ausgesetzt ist, und durch etwaige Einschränkungen der galvanischen Kompatibilität, die durch die Materialien in der Verbindung entstehen.

  • Zinkgalvanisierung (klar, gelb oder schwarz): Die gebräuchlichste Ausführung für allgemeine Anwendungen im Innen- und Behindertenbereich. Bietet eine mäßige Korrosionsbeständigkeit (typischerweise 72 bis 200 Stunden Salzsprühbeständigkeit, abhängig von der Dicke und der Chromat-Nachbehandlung). Hat keinen signifikanten Einfluss auf die Maßtoleranzen. Nicht geeignet für Meeres-, Chemie- oder längere Außeneinwirkung.
  • Feuerverzinkung: Wird durch Eintauchen in geschmolzenes Zink aufgetragen, wodurch eine dicke, hochkorrosionsbeständige Beschichtung entsteht (typischerweise 1.000 Stunden oder mehr Salzsprühbeständigkeit). Standard für strukturelle Befestigungselemente für den Außenbereich, Schlittenbolzen in Deck- und Bauanwendungen sowie landwirtschaftliche Geräte. Die Beschichtungsdicke (45 bis 85 Mikrometer) beeinflusst die Gewindespassung und kann ein erneutes Aufstecken der Mutter nach dem Verzinken erforderlich machen.
  • Mechanische Verzinkung: Wird durch Taumeln von Befestigungselementen mit Zinkpulver und Glasperlen aufgetragen, wodurch eine gleichmäßige Beschichtung ohne Wasserstoffversprödungsrisiko entsteht. Bevorzugt für hochfeste Befestigungselemente (Eigenschaftsklasse 10.9 und höher), bei denen die galvanische Wasserstoffversprödung ein Problem darstellt.
  • Edelstahl (Güten A2 und A4): Bietet inhärente Korrosionsbeständigkeit ohne Oberflächenbeschichtung durch die passive Chromoxidschicht auf der Stahloberfläche. A2 (18-8, 304 Äquivalente) ist für die meisten Außenumgebungen und leicht korrosiven Umgebungen geeignet. A4 (316 Äquivalente, mit Molybdänzusatz) ist für Meeres-, Chlorid- und chemische Expositionsumgebungen spezifiziert, in denen A2 Spaltkorrosion oder Lochfraß erleiden würde.
  • Schwarzes Oxid: Eine Konversionsbeschichtung, die minimale Korrosionsbeständigkeit, aber ein nicht reflektierendes schwarzes Aussehen bietet. Häufig bei Steckdosendeckelschrauben in Präzisionsmaschinen, optischen Systemen und Unterhaltungselektronik, wo neben einer mäßigen Korrosionsbeständigkeit in Innenräumen auch die Kontrolle des Aussehens und der Lichtreflexion vorgeschrieben ist.

Die galvanische Kompatibilität zwischen der Befestigungsoberfläche und den zu klemmenden Materialien sollte immer überprüft werden. Edelstahlbefestigungen, die in einer Meeres- oder Nassumgebung mit unbehandeltem Aluminium in Kontakt kommen, können die galvanische Korrosion des Aluminiums beschleunigen; Feuerverzinkte Befestigungselemente, die mit unbeschichtetem Stahl in Kontakt kommen, bieten dem Stahl an der Verbindungsschnittstelle kathodischen Schutz. Diese Wechselwirkungen sind bei richtiger Materialauswahl vorhersehbar und beherrschbar, müssen jedoch bereits in der Spezifikationsphase berücksichtigt und nicht erst im Betrieb entdeckt werden.